Wie die Psyche unsere Geldanlage beeinflussen kann

04
.
April
2024
·
Investieren und Geldanlage

Die menschliche Psyche ist eine hochkomplexe Konstruktion aus biochemischen-Prozessen, sozialen Einflussfaktoren und vielem mehr. Welche Entscheidungen wir wie treffen, hängt maßgeblich von unserer Psyche ab – das gilt auch für das Thema Geldanlage. Und wenngleich wir heute deutlich mehr über unsere Psyche wissen als noch vor 20 oder 30 Jahren, gibt es nach wie vor einige Phänomene, die uns stark beeinflussen können und deren Wirkung wir uns unbedingt bewusst sein sollten.

Die Rede ist von sogenannten kognitiven Verzerrungen oder „Biases“. Dieser Begriff entstammt der Verhaltenspsychologie und beschreibt grundsätzlich fehlerhafte Tendenzen beim Denken, Urteilen, Erinnern und Wahrnehmen. Im weiteren Text gehen wir auf einige dieser Verzerrungen ein und erklären, wie sie sich auf Anlageentscheidungen auswirken können. Zudem geben wir Tipps, wie Sie den Einfluss dieser Verzerrungen möglichst geringhalten.

Selbstüberschätzung: Es gibt keinen perfekten Anleger

Wie der Name bereits verrät, beschreibt dieses Phänomen eine verzerrte Einschätzung der eigenen Fähigkeiten und des eigenen Wissensstands. Die Auswirkungen auf Entscheidungen und das menschliche Verhalten können dementsprechend enorm sein. Anleger, die sich selbst überschätzen, agieren womöglich mit hohem Risiko am Kapitalmarkt, da sie glauben Entwicklungen am Markt zuverlässig vorhersagen zu können. Im schlimmsten Fall drohen hohe Verluste.

Für eine erfolgreiche langfristige Geldanlage sind ein systematisches Risikomanagement und eine gute Balance im Portfolio unverzichtbar. Ein systematischer Investmentprozess kann dabei helfen, das Risiko der Selbstüberschätzung zu verringern. Dazu hilft es, sich immer wieder vor Augen zu führen, dass es keine perfekten Anleger gibt – etwas Demut kann nie schaden.

Rückschaufehler: Im Nachhinein schlauer sein

Diese Verzerrung gehört ebenfalls zu den absoluten Klassikern – nicht nur bei der Geldanlage, sondern allgemein im Leben. Die grundsätzliche Mechanik: Beim Blick in den Rückspiegel erscheinen dem Betrachter wichtige Entwicklungen oder Ereignisse offensichtlich – nachdem sie eingetreten sind. Das befeuert wiederum die Selbstüberschätzung, denn so neigt der Anleger dazu zu denken, er könne zukünftig Dinge zuverlässig vorhersagen.

Um dieser Verzerrung sinnvoll zu begegnen, müssen Anleger fair zu sich selbst sein: Anlageentscheidungen werden immer mit einem gewissen Grad an Unsicherheit getroffen. Eine Situation, in der man sich nicht mehr befindet, neu evaluieren zu wollen, ist weder sinnvoll noch zielführend. Denn an der Börse zählt ohnehin nur die Zukunft – nicht der Blick zurück.

Bestätigungsfehler: Gefährliche Meinungsstärke

Diese Verzerrung kommt mitunter am häufigsten vor. Der Begriff beschreibt die, sehr menschliche, Tendenz, bei der Sammlung von Informationen solche zu bevorzugen, die der eigenen Erwartungshaltung entsprechen. Wir wollen nicht gerne falsch liegen, so gesehen ist dieses Verhalten mehr als verständlich. Bei der Geldanlage kann das aber logischerweise zu Problemen führen. Etwa dann, wenn bei der Analyse einer Aktie, beziehungsweise eines Unternehmens, einseitig recherchiert und so das Urteil zum eigenen Nachteil beeinflusst wird. Oder das Anleger primär negative Börsenindikatoren sehen, wenn sie davon ausgehen, dass die Märkte korrigieren müssten – und diese dann steigen.

Um den Bestätigungsfehler zu vermeiden kann es sinnvoll sein, sich mit anderen auszutauschen und deren Meinungen und Perspektiven zu erfragen. Bei stark konträren Bewertungen könnte es sinnvoll sein, sich die Argumente der anderen anzuhören. Und nicht nur dann.

Bewusstsein verringert Risiko

Selbstverständlich gibt es noch zahlreiche weitere Verzerrungen, die einem Anleger das Leben schwer machen. Aber wer sich ihrer bewusst ist und die oben beschriebenen Ratschläge berücksichtigt, reduziert das Risiko, diesen Verzerrungen zum Opfer zu fallen.

Wer stattdessen lieber auf die Hilfe von Profis setzt, die einem systematischen Investmentansatz folgen und im Team Anlageentscheidungen treffen, ist womöglich bei Solidvest an der richtigen Adresse. Verlustrisiken birgt der Kapitalmarkt können aber selbstverständlich auch wir nicht vollständig ausschließen.

Marketing-Anzeige – Alle hier veröffentlichten Angaben dienen ausschließlich Ihrer Information und stellen keine Anlageberatung oder sonstige Empfehlung dar. Die enthaltenen Aussagen geben die aktuelle Einschätzung der DJE Kapital AG wieder. Diese können sich jederzeit, ohne vorherige Ankündigung, ändern. Alle getroffenen Angaben sind mit Sorgfalt entsprechend dem Kenntnisstand zum Zeitpunkt der Erstellung gemacht worden. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit kann jedoch keine Gewähr und keine Haftung übernommen werden.
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