Meme-Aktien: Was ihr Comeback für Anleger bedeutet

16
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May
2024
·
Investieren und Geldanlage

Wenn einzelne Aktienkurse in nur wenigen Tagen mehrere hundert Prozent in die Höhe schießen, wird die Öffentlichkeit schnell aufmerksam. Vor allem dann, wenn es sich um Aktien handelt, die bereits vor knapp drei Jahren schier unglaubliche Rallyes verzeichnen konnten. Gemeint ist das unerwartete Comeback der so genannten „Meme-Aktien“, die bereits 2021 während des Corona-Trading-Booms für Furore sorgten. Im Blogbeitrag erklären wir, warum die Entwicklungen um diese Aktien für strategische und langfristige Anleger im besten Fall nur zur Unterhaltung dienen sollten und weshalb klassische Anleger-Tugenden aktuell wichtiger sind, denn je.

Meme-Aktien: Was war das nochmal?

Wir schreiben das Jahr 2021. Corona hat die Welt noch fest im Griff. Der Handel mit Aktien erlebt einen regelrechten Boom, denn viele Menschen haben plötzlich viel Zeit. Und in der Community des Online Forums Reddit, braut sich ein unvorhergesehener Sturm zusammen: Es sind Kleinanleger, die sich zu hunderttausenden verbünden mit dem Ziel, Shortsellern, die sie für boshaft und skrupellos halten, Schaden zuzufügen.

So verabredet man sich online zum Kauf bestimmter Aktien, die enorm hohe Shortpositionen aufweisen. Und tatsächlich funktioniert das, was viele Marktbeobachter nicht erwartet hatten: Viele der anvisierten Aktien explodieren förmlich, da die stark steigenden Kurse durch so genannte Shortsqueezes noch verstärkt werden. Die Forumsnutzer formulierten es so: "To the moon". Einige clevere Trader verdienen sich in diesem Hype ein goldenes Näschen. Aber auf den Mondflug folgt eine harte Landung. Viele Menschen verlieren ihr Geld. Initiatoren des Hypes, wie beispielsweise der Forums-User Keith Gill, besser unter dem Pseudonym „Roaring Kitty“ bekannt, müssen Jahre später zu den Ereignissen vor dem US-Kongress aussagen. Die Vorwürfe der Marktmanipulation, denen die Behörden nachgehen, können allerdings nicht bestätigt werden.

Wieso sind die Meme-Aktien zurück?

Roaring Kitty scheint auch der Auslöser der jüngsten Kursrallyes der Meme-Aktien gewesen zu sein. Er postete ein Meme-Bild von einem seiner Social Media Accounts und schon liefen die Reddit-Foren wieder heiß – ebenso wie die Brokerage-Apps. Und die Kurse einiger Meme-Aktien begannen wieder zu steigen.

Hollywood Calling

Wenn Sie jetzt denken: Das klingt nach dem Stoff, aus dem Filme gemacht sind – vollkommen richtig. Der Film „Dumb Money“ also dummes Geld, behandelt die Ereignisse von damals und zeigt eindrücklich, welche Schicksale die Spekulationen mit den Meme-Aktien verursacht haben. Dieser Film dient als wichtige Erinnerung daran, warum die langweiligsten Anleger-Tugenden gleichzeitig die wichtigsten sind. Und auf diese wollen wir hier kurz eingehen.

Tugend 1: Auf eine gute Streuung achten

Im Film und auch in der Realität investierten einige Anleger ihr gesamtes Vermögen in wenige oder gar einzelne Meme-Aktien. Als der Hype nachließ, die Kurse wieder absackten und sich alles normalisierte, standen manche vor den Trümmern ihrer Existenz. Selbstverständlich ist das ein Extrembeispiel, aber grundsätzlich verdeutlich es, wie gefährlich es sein kann, seine Geldanlage zu stark auf wenigen einzelnen Aktien aufzubauen. Worauf Sie bei der Zusammenstellung eines Portfolios achten sollten und wie ein Vermögensverwalter dabei vorgeht, erfahren Sie hier.

Tugend 2: Fundamentaldaten berücksichtigen

Eine Besonderheit an dem Hype um die Meme-Stocks war ohne Zweifel die schlechte wirtschaftliche Lage, in der sich die gehypten Unternehmen befanden. Schlechte Lage ist womöglich noch untertrieben: Eine der meistgekauften Aktien von 2021, Bed Bath and Beyond ist mittlerweile insolvent. Wer in Unternehmen investiert, ohne sich deren Fundamentaldaten anzusehen und in die Entscheidung einzubeziehen, agiert in hohem Maße fahrlässig. Wie eine Fundamentalanalyse funktioniert und was sie Anlegern nützt, erfahren Sie hier auf unserem Blog .

Tugend 3: Nicht von großen Gewinnen blenden lassen

Ja, auch mit Aktien können Anleger große Gewinne erzielen. So, wie es einigen Tradern mit den Meme-Stocks gelungen ist. Zur Wahrheit gehört aber auch: Große Gewinne in kurzer Zeit haben einen Preis, nämlich das eingegangene Risiko. Es wäre ein fataler Fehler das Risiko zu unterschätzen, nur, weil es sich nicht in Form von Verlusten materialisiert. Mit strategischer, ausgewogener Geldanlage wird niemand über Nacht zum Millionär. Er wird aber auch nicht über Nacht arm. Vielmehr ist eine gute Anlagestrategie dazu in der Lage, über lange Zeiträume zu einem soliden Vermögenszuwachs beizutragen, wenngleich auch eine gute Strategie niemals ohne Risiko daherkommt.

Das Fazit: Meme-Aktien dienen zur Unterhaltung

Auch wenn die Meme-Aktien aktuell wieder viel Aufmerksamkeit erfahren und zumindest im kurzfristigen Rallye-Modus sind, taugen sie nicht zur langfristigen Geldanlage. Sie sind reine Spekulationsobjekte und bergen enorme Risiken für Anleger. Wer strategisch und über lange Jahre sein Geld investiert, fährt deutlich besser, wenn er auf Spekulation verzichtet. Sich den Zirkus rund um solche Börsenextreme trotzdem anzuschauen, ist natürlich legitim. Sofern die richtigen Lehren daraus gezogen werden.

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